Theaterbesuch “Moses”

Die Geschichte von Moses, wie er sein Volk in das Land „Wo Milch und Honig fließt“ führt und dabei die 10 Gebote als Auftrag erhält, kennt so gut wie jeder aus dem Religionsunterricht in der Schule.

Im Dezember 2018 führte eine Gruppe von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund und junge Geflüchtete in der Staatsoper genau diese Geschichte auf. Das Stück hatte zwar die alte Bibelgeschichte als Hintergrund, kam aber so gar nicht veraltet und verstaubt um die Ecke. Ganz im Gegenteil: auf der Bühne standen Jugendliche gehüllt in Neonkleidern, auf Plateauschuhen, bunte Fakewimpern und Masken tragend, auffällige Schminke und allerlei Schnickschnack am Körper. Die vier jungen Geflüchteten aus der LOK.Arrival, mit denen wir zusammen das Musiktheater besuchten, staunten nicht schlecht bei dem farbenfrohen Aussehen der Darsteller/innen und dem besonderen Bühnenbild. In der Mitte des Saales gab es eine Drehbühne, auf der sich ein hölzernes Gerüst befand und eine Live-Kamera, welche die Solokünstler/innen während ihres Auftritts filmte.

Ziel des Stücks war es, die alte Bibelgeschichte mit der aktuellen Flüchtlingsthematik zu erzählen. Die Jugendlichen berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen vor, während und nach ihrer Flucht. Im Gegensatz hierzu berichteten die Jugendlichen, deren Vorfahren schon seit mindestens ein-zwei Generationen in Deutschland leben, wie sie die Geflüchteten wahrnehmen und wie der Umgang mit ihnen gelingt – oder in manchen Fällen auch nicht. Zwischen den Erzählungen gab es Gesangs- und Instrumentaleinlagen von den Darsteller/innen. Die jungen Geflüchteten sangen zum Beispiel in ihrer Muttersprache mal fröhliche, mal melancholische Lieder, dazu kamen Stücke in Deutsch, welche meist einen politischen Touch hatten. Währenddessen rannten, tanzten, tobten oder kletterten die jungen Schauspieler/innen auf der Bühne umher und wir wussten nie so genau wo wir hinschauen sollten, da so viel auf einmal passierte.

Alles in allem war es ein vielseitiges und abwechslungsreiches Stück, welches unterhaltsam aber zugleich auch emotional berührend war und einem die aktuelle Lage noch einmal vor Augen hielt.

Es regte die jungen Geflüchtet sowie auch uns zum Nachdenken an, wie man in Zukunft noch besser zusammen finden und sich gegenseitig bereichern kann.

Foto: Bayerische Staatsoper, Wilfried Hösl

 

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